Glashütte: Ein Ausflug für Uhrenliebhaber

Nur rund 40 Autominuten von Dresden entfernt liegt Glashütte – ein beschauliches Städtchen mitten im Erzgebirge. Warum ausgerechnet diese nicht einmal 7.000 Einwohner zählende Kleinstadt einen Abstecher wert ist, wird wohl nur Uhrenliebhabern auf Anhieb ersichtlich sein: Der Name des Städtchens ziert die Ziffernblätter von Luxusuhren der Marken Nomos, A. Lange & Söhne oder Union Glashütte. Kaum ein anderer Schriftzug steht – neben dem Label "Swiss Made" – für so viel Uhrmacherhandwerk wie "Glashütte". Was es in der Stadt zu entdecken gibt, verrät das folgende Portrait.

Uhrentradition in Glashütte

Eine mechanische Uhr am Handgelenk steht für vieles: etwa für Stil, Technikbegeisterung und Erfolg. Kein Wunder: Die Stücke werden in minutiöser Feinarbeit hergestellt. Beispielsweise erfordern Verfahren zur Gestaltung des Ziffernblattes – wie die Emaillierung oder Guilloche – ein Höchstmaß an handwerklichem Feingefühl, gleiches gilt für die Herstellung der komplizierten Uhrwerke. In Glashütte wird diese Handwerkskunst noch zelebriert und Uhrmachertradition groß geschrieben: Seit mittlerweile über 170 Jahren werden in Glashütte Uhren gefertigt. Bis ins Jahr 1845 reicht die Geschichte der Uhrenmanufakturen in Glashütte zurück. Am 7. Dezember des Jahres beginnt Ferdinand Adolph Lange zusammen mit Adolf Schneider mit der Ausbildung der ersten 15 Lehrlinge in Glashütte. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten gründeten sich zahlreiche Uhrenmanufakturen in der Stadt. Nach der Bombardierung und Enteignung der Betriebe zum Ende des zweiten Weltkriegs wurden zu DDR-Zeiten alle Unternehmen zu der VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB) zusammengeschlossen. Nach der Wende kehrten bekannte Marken zurück, neue gründeten sich. Inzwischen gilt Glashütte Luxus- und Uhrenliebhabern wieder in der ganzen Welt als Name für höchste Qualität. Heute ist vor allem die schlichte Eleganz der Uhren aus dem Erzgebirge schwer angesagt: Marken wie Nomos gewinnen mit den reduzierten Ziffernblättern ihrer Uhren zahlreiche Designpreise. Erst kürzlich gab es bei der Verleihung des "German Brand Awards" in Berlin die Auszeichnung "Best Brand in Luxury".

Ein Besuch im Uhrenmuseum Glashütte

Von der Dresdner Altstadt aus führt der kürzeste Weg in das kaum 30 Kilometer entfernte Glashütte über die B170 in südlicher Richtung. In der Stadt wartet das im Jahr 2008 eröffnete Uhrenmuseum. In chronologischer Reihenfolge rekonstruiert die umfangreiche Sammlung die Glashütter Uhrengeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart – ein Paradies für Liebhaber seltener und historischer Stücke. Denn unter den rund 450 Exponaten befinden sich auch zahlreiche Raritäten wie etwa eine Taschenuhr mit Schlüsselaufzug aus der Frühzeit der Glashütter Uhrengeschichte. Die aktuelle Sonderausstellung "Glashütte an Bord" widmet sich noch bis zum 20. November 2016 den Marine-Chronometern aus Glashütte. Besonderes Schmuckstück ist der Marine-Chronometer Nr. 63 (16) von A. Lange & Söhne. Neben dem Besuch im Museum gibt es in Glashütte auch die Möglichkeit, an Führungen durch die zahlreichen Uhrenmanufakturen teilzunehmen. Einige sind öffentlich, andere nur Endkunden vorbehalten. Genauere Informationen zu den Terminen und der Anmeldung sind in dieser PDF-Datei zu finden. Bildrechte: Flickr A.LANGE & SÖHNE Acid Pix CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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