Das Dresdner Umland barrierefrei entdecken

Sächsisches Elbland

Meiẞen

Albrechtsburg Meißen (Bildrecht: Rolf Handke / pixelio.de)

Unmittelbar um Dresden herum, gibt es zahlreiche Ausflugsziele, die von Dresden in kurzer Zeit erreichbar sind: Die Stadt Meißen zeigt seinen Besuchern neben kostbarem Porzellan auch andere historische Facetten. So schmückt beispielsweise die Albrechtsburg die Stadt Meißen. Diese ist barrierefrei ausgebaut: Alle für Besucher interessanten Räumlichkeiten sind über Hublifte oder Aufzüge erreichbar. Hörgeschädigte können auf iPods eine Diaschau ansehen, die mit Videos in deutscher Gebärdensprache unterlegt ist, und allerhand Wissenswertes über das historische Gebäude erfahren. Das spät-gotische Schloss wurde im 15. Jahrhundert erbaut und ist somit das älteste Schloss in ganz Deutschland. Um 1710 ließ August der Starke an dieser Stelle die Meißner Porzellanmanufaktur errichten. Die Wände sind mit zahlreichen Kunstwerken des 19. Jahrhunderts bestückt und geben eine lehrreiche Geschichtsstunde über die sächsische Vergangenheit.
Die Meißner Porzellanmanufaktur, der die Stadt ihre weltweite Bekanntheit verdankt, ist auch mit Fahrstühlen, Rampen, geräumigen Toiletten und Parkplätzen für Rollstuhlnutzer ausgestattet.
Sehbehinderte können an Führungen durch das Porzellan-Museum teilnehmen und sich von der filigranen Fertigungskunst in Erstaunen versetzen lassen.
Eine weitere Möglichkeit für Rollstuhlfahrer, der städtischen Geschichte auf den Grund zu gehen, bietet das Meißner Stadtmuseum. Es befindet sich in einem ehemaligen Franziskaner Kloster und wird durch informative Sonderausstellungen zu einem anziehenden Anlaufpunkt für Touristen. Im Kreuzgang lassen sich historische Grabdenkmäler bestaunen. Die Besucher begeben sich auf eine Reise in vergangene Zeiten und lassen den Eindruck der Vergangenheit auf sich wirken.
Schon seit 1851 kann man im Theater Meiẞen ein breites Spektrum an Opern, Operetten, Kabaretts und Konzerten ansehen. Besonders die jungen Talente des Kinder- und Jugendtheaters verzücken mit regelmäßigen Theaterstücken das Publikum.

Schloss Moritzburg

Barockschloss Moritzburg (Foto: DerKoch / pixelio.de)

Dieses traumhafte Märchenschloss ist für Rollstuhlnutzer und ihre Begleitperson befahrbar: Für Personen mit Mobilitäts-einschränkungen ist es nach Absprache gestattet, mit dem Auto bis vor den Eingang zu fahren. Es gibt vier Ausstellungsbereiche und sie alle sind mit einem Personenaufzug zu befahren. Wer Märchen liebt, wird sicherlich bereits wissen, dass der Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in diesen Gemäuern gedreht wurde. Bei einem Ausflug dorthin kann man ein bisschen königlichen Charme auf sich abfärben lassen und sich im Glanz des märchenhaften Schlosses baden.

Riesa

Schloß Hirschstein bei Riesa (Foto: Rolf Handke / pixelio.de)

Liebhaber mediterraner Küche und italienischer Teigwaren können dem Ursprung ihrer Lieblingsgerichte in der Riesaer Nudelfabrik genauer unter die Lupe nehmen: Restaurant, Kontor, das Kochstudio und der Filmraum sind über einen extra breiten Eingang befahrbar. Nach Absprache werden Blindenführungen und Führungen für Lernbehinderte angeboten.

Bautzen

Bautzen (Foto: Julian Nitzsche / pixelio.de)

Die Lausitz ist die Heimat der Sorben: Speziell in Bautzen wird ihr wertvolles Kulturgut immer noch mit allen Mitteln gepflegt und erhalten. Wer mehr über diese einzigartige Kultur inmitten unseres Landes erfahren möchte, ist in Bautzen genau am richtigen Ort. Im Sorbischen Museum finden sich äußerst interessante Ausstellungen zur Geschichte, Lebensweise und Kultur des slawischen Völkchens. Das Museum ist nicht nur barrierefrei, sondern bietet nach Absprache auch Führungen für Blinde und Lernbehinderte an.
Wem das noch nicht genug ist, kann im Deutsch-Sorbischen Theater, dem einzigen bikulturellen Theater in Deutschland, die sorbische Sprache auf sich wirken lassen. Selbstverständlich gibt es auch deutschsprachiges Unterhaltungsprogramm.

Kamenz

Kamenz ist der Geburtsort von Gotthold Ephraim Lessing, der im 18. Jahrhundert großen Einfluss auf die deutsche Literatur hatte. Wie es sich für den Geburtsort eines großen Künstlers gehört, gibt es in der Stadt natürlich ein Lessing-Museum: Begeisterte Lessingfreunde können in der barrierefreien Dauerausstellung alles über die Werke, das Leben und den Einfluss des Schriftstellers erfahren.
Der Wissenshunger der jüngeren Generation kann im Kamenzer Elementarium gestillt werden. Rollstuhlfahrer haben Zugang zu sechs Themenwelten: Steine, Formen, Menschen, Nutzen und Wald. Begeben Sie sich auf eine Expedition durch die Entwicklungsgeschichte der Menschheit, der Natur und der Landwirtschaft! Hier ist für jeden was dabei. Sehbehinderte können sich für Sonderführungen anmelden, um mit allen verfügbaren Sinnen diese Welt des Wissens entdecken und erleben zu können. Besonders für Kinder ist das Elementarium eine großartige Möglichkeit, spielend zu lernen. Spezielle Führungsangebote durch das Erlebnismuseum gibt es auch für Lernbehinderte.

Oderwitz

Die Rodelbahn Oberoderwitz ist das ganz Jahr über geöffnet und bietet Kindern und Erwachsenen mit Handicap ein Ausflugserlebnis voller Spaß und Bewegung! Ein- und Ausstiege der Rodelschlitten sind stufenlos. Für Kinder- und Jugendliche mit Lernbehinderung ist die Rodelbahn eine besonders gute Möglichkeit, überschüssiger Energie freien Lauf zu lassen.

Zittau

Umgebindehaus (Foto: pixabay.com)

Die Stadt zwischen Deutschland, Polen und Tschechien hat für seine rollstuhlfahrenden Besucher ein breites Programm an historischen Sehenswürdigkeiten zu bieten. Im Museum „Kirche zum Heiligen Kreuz“ kann das Große Zittauer Fastentuch von 1472 bestaunt werden. Das Kleine Zittauer Fastentuch von 1573 wird vom Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster beherbergt. Beide Fastentücher tragen für christliche Europäer eine besondere Bedeutung. Das Franziskanerkloster und das Palmtuch sind barrierefrei zugänglich. Sonderführungen sind möglich und museumspädagogische Angebote können in Anspruch genommen werden.

Wer eine Abwechslung zu Sightseeing und Stadtbesuchen braucht, sollte auf die schönste Art und Weise einen Abstecher ins Zittauer Gebirge machen: Die Schmalspurbahn bringt Sie bequem und sicher ans Ziel und hält darüber hinaus die herrlichsten Fensterausblicke für ihre Passagiere bereit. Die Bahnsteige sind barrierefrei und pro Zug gibt es einen Wagen mit Hublift und sechs Stellplätzen für Rollstuhlnutzer.

Die Sächsische Schweiz

Atemberaubend schöne Landstriche durchziehen das Gebirge der Sächsischen Schweiz. Sie lassen sich auf vielen Wegen mit Rollstuhl oder Handbike erkunden. Die Auswahl an barrierefreien Wanderrouten ist riesig und dank ihr lässt sich ein abwechslungsreicher Aktivurlaub in dieser Region zusammenstellen.

Wer die Gegend mit einer Rollitour unsicher machen möchte, kann sich auf drei bis sieben Kilometer langen Strecken an der wunderschönen Natur erfreuen. Leichte Touren sind nur von geringen Höhenunterschieden geprägt und anspruchsvolle Wegesabschnitte sind relativ kurz.
Routen wie die zur Wildwiese (3,86 km), zur Brandaussicht(5,8 km), zum Kuhstall auf dem Neuen Wildenstein (6,69 km) oder Rund um den Pfaffenstein (4,91 km) eignen sich bestens für einen Tag im Freien.

Bei mittelschweren Touren handelt es sich meist um längere Wege, bei denen es schon mal ein Stück bergauf und bergab gehen kann. Daher sollten Sie sich nicht ohne Begleitung auf den Weg machen. Die Strecken zum Amselsee in Rathen (3,1 km) oder auf die Basteiaussicht (0,9 km) sind es jedoch wert, ein paar steile Hindernisse hinter sich zu bringen.

Basteibrücke (Foto: pixabay.com)   Blick von der Basteibrücke   Festung Königstein

So manch Naturfreund und Bergmensch ist bereit, für eine Aussicht mit Bergblick an seine Grenzen zu gehen und wagt sich an eine der schweren Routen. Der Weg zum Felstor im Utterwalder Grund, vom Rauschenstein bis zu den Schrammsteinen oder durch die Affensteine sind zwar nur mit großer Anstrengung zu bewältigen, bieten andererseits aber auch die schönsten Aussichten.

Bei den Handbiketouren kann man sich je nach Erfahrenheit und Kondition zwischen Routen von sechs bis 30 Kilometern entscheiden. Die Region um Teichstein, Kanstein und Heulenberg (7,84 km) eignet sich besonders gut für einen Tagesausflug und gibt unerfahrenen Handbikern die Möglichkeit, es langsam angehen zu lassen. Außerdem bietet es sich an, an einer der geführten Handcycletouren teilzunehmen. Es gibt weitere Strecken, die zwar zu den einfachen zählen, es jedoch trotzdem noch ganz schön in sich haben. Die Wege zur Niederen Schleuse in Kirnitzschtal (16,35 km), zum Großen und Kleinen Zschirnstein (23,79 km), zu Fuchs- und Taubenteich (30,79 km) und im Tal der Biela (13,33 km) gehören eindeutig zu dieser Kategorie. Die elf Kilometer lange Tour durch Polenz- und Lachsbachtal ist mit der Schwierigkeitsstufe 2 gekennzeichnet und bietet die Gelegenheit, die Anforderungen an sich selbst um eine Stufe zu erhöhen.
Waghalsige Abenteurer und Leistungssportler, die sich auch riskantere Strecken zutrauen, können sich an die Routen wagen, die mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad versehen sind: Die Strecke entlang der Hohen Straße (32,64 km), von der Bastei nach Stadt Wehlen (5,7 km) und von Schmilka zu Reitsteig- und Goldsteinaussicht (15,83 km) sind bestens für fortgeschrittene Handbiker geeignet.
Andere Arten von „Outdoor“- Aktivitäten werden von „Kanu-Aktiv-Tours“ angeboten: Kletterkurse, Hochseilgarten, Schlauchboot und Floßtouren für Besucher mit Handicap stehen nach Anmeldung auf dem Tagesprogramm.
Neben sportlichen Aktivitäten gibt es aber auch andere Dinge, die man in der Sächsischen Schweiz erleben kann. Die Schaumanufaktur der Kunstblume Sebnitz bietet Blinden die Möglichkeit an, Blumenexponate zu ertasten. Außerdem werden Führungen für Lernbehinderte angeboten. In dieser barrierefrei zugänglichen Kunstblumenmanufaktur erfährt man, wie die Produkte gefärbt, gestanzt, geprägt und zu naturgetreu aussehenden Blumen hergestellt werden.

Wer Lust auf Unterhaltung hat, wird selbst in der Sächsischen Schweiz nicht auf einen Fernseher zurückgreifen müssen: Stattdessen kann man sich zur malerischen Felsenbühne inmitten der Sächsischen Schweiz begeben. Hier wird für Besucher im Rollstuhl nach rechtzeitiger Absprache ein Fahrservice zur Bühne angeboten.
Wer nach Möglichkeiten sucht, den Blick über das Sandsteingebirge zu werfen und die sagenhafte Aussicht zu genießen, kann mit dem Aufzug auf den vollkommen barrierefreien Aussichtsturm in Rathmannsdorf fahren. Ein weitläufiges Panoramaglas bietet einen atemberaubenden Ausblick und ist jedem Reisenden ans Herz zu legen.

Schwibbogen aus dem Erzgebirge (Foto: pixabay.com)

Die dominanteste Attraktion, die Besucher an dieses Fleckchen Erde lockt, ist definitiv die Erzgebirgische Volkskunst. Schwibbögen, die im Winter tausende Fenster zieren, werden hier produziert und fungieren seit Jahrzehnten als Touristenmagnet. Sollten Sie selbst zu den begeisterten Sammlern der hölzernen Kostbarkeiten gehören, so müssen Sie unbedingt – vor allem wenn Sie mit Kindern reisen – das Erzgebirgische Spielzeugmuseum in Seiffen besuchen. Ein Einführungsvideo vermittelt wissenswerte Fakten zur Erzgebirgischen Volkskunst.
Highlight unter den Exponaten ist eine sechs Meter hohe Raumpyramide sowie Spielzeug, das man selbst austesten darf. Wertvolle Weihnachtsleuchter werden zur Schau gestellt und lassen zu jeder Jahreszeit Weihnachtsstimmung in den Herzen der Besucher entflammen. In der Schauwerkstatt des Seiffener Volkskunst eG kann man den Handwerkern vor Ort bei der Herstellung der Erzgebirgischen Volkskunst zusehen. Beide Einrichtungen des mittleren Erzgebirges bieten Sonderführungen für Seh- und Lernbehinderte an.
Das Erzgebirge wird keineswegs ausschließlich von der winterlichen Jahreszeit geprägt. Zeit im allgemeinen – besonders die Zeit zum Ablesen – spielt in dieser Region eine wichtige Rolle. Die Uhrenmacherkunst aus Glashütte ist weltweit bekannt und lockt eine Vielzahl von Touristen in den östlichen Teil des Landes. Im Deutschen Uhrenmuseum Glashütte kann man sich in persona ein Bild des berühmten Uhrmacherhandwerks machen und vielleicht auch ein eigenes Exemplar als Souvenir erwerben.