Frühlingsempfang mit der Flottenparade Dresden 2019

Dampfschiff in Dresden

Wenn es eine Tradition gibt, mit welcher der Monat Mai in Dresden begrüßt wird, kann nur von der Flottenparade die Rede sein. In jedem Jahr fällt am 1. Mai der Startschuss zur Sommersaison, indem neun Raddampfer und die Salonschiffe "Gräfin Cosel" sowie "August der Starke" auf der Elbe Kurs in Richtung Schloss Pillnitz und wieder zurück nehmen. Um Punkt 10 Uhr zieht die Flottenparade Tausende an Besuchern an, die sich einen Platz auf einem der Boote sichern oder dem regen Treiben vom Elbufer aus folgen. Mit Liebe zum Detail geschmückte Dampfer starten am Terrassenufer Dresden, um die Fahrt bis zum Schloss Pillnitz fortzusetzen. Und mittendrin ziehen besonders prachtvolle Bauten die Blicke auf sich, die drei Elbschlösser.

Hupkonzerte und atemberaubende Wendemanöver

Tausende Dresdner schauen dabei zu, wenn die Kapitäne der Schiffe mit einem lauten Hupkonzert über die Elbe schippern. Ist das Schloss in Pillnitz erreicht, halten die bewundernden Zuschauer für einen Moment den Atem an. Die Salonschiffe und die Raddampferflotte vollziehen vis-a-vis zum Schloss Pillnitz ein aufregendes Wendemanöver. Dann treten "Gräfin Cosel" & Co. auch schon den Rückweg an. Gute Laune herrscht auf den Elbwiesen, auf denen die Besucher die ersten Sonnenstrahlen genießen. Gespannt sind die Augen der Schiffspassagiere auf Attraktionen wie das Blaue Wunder gerichtet, die die schwimmenden Touristenmagneten passieren. Von jedem einzelnen Dampfer ertönt Livemusik für jeden Geschmack. Auf dem Hin- und Rückweg wird getanzt, gepfiffen und natürlich auch gesungen. Wie schade, dass nach dem Wendemanöver um 13.30 Uhr schon die Halbzeit des Spektakels eingeleitet wird.

Die bewegte Vergangenheit der Schiffsflotte

Alle Boote der Sächsischen Dampfschifffahrt wurden mittlerweile zum technischen Denkmal ernannt. Die ersten Schiffe wurden Ende des 19. Jahrhunderts, das letzte Boot im Jahre 1929 erbaut. Jedes einzelne dieser Schiffe symbolisiert den Siegeszug der Personenschifffahrt, der aus dem kulturellen Leben Dresdens schon seit Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken ist. Schließlich liegt der Tag schon weit mehr als 100 Jahre zurück, als die Flotte ihr bis heute zustehendes Liegeufer vor den Brühlschen Terrassen erhielt. Binnen kürzester Zeit vergrößerte sich die Flotte einst auf über 30 Dampfschiffe. Doch der Zweite Weltkrieg forderte Opfer. Zu dieser Zeit reduzierte sich die Flottenanzahl auf nur acht Schiffe. Zu DDR-Zeiten wurden diese Gefährte unter der Bezeichnung "Weiße Flotte Dresden" zusammengefasst.

Die Initiative der Sächsischen Dampfschifffahrts GmbH

Die bis heute bestehende Sächsische Dampfschifffahrts GmbH wurde nach der Wende ins Leben gerufen. Seitdem lässt das Unternehmen keine Bemühungen unversucht, um sich für den Erhalt von Denkmälern einzusetzen. Seit 1990 wurden mehrere Raddampfer mit der nötigen Sorgfalt restauriert. Und der Aufwand hat sich gelohnt. In jedem Jahr ist die Flotte mit insgesamt etwa 700.000 Fahrgästen gut gebucht. Die Strecke, die die Flotte zur Parade zurücklegt, ist nur eine Route unter vielen. Weitere Strecken in Richtung Schloss Pillnitz oder Königstein finden bei Passagieren großen Anklang. Diese Routen führen an Ausflugszielen wie der Felsenbühne Rathenau, dem Schloss Sonnenstein oder Barockgarten Großsedelitz vorbei. Die sächsische Landeshauptstadt lockt mit vielen Reizen, wie Fahrten mit den Schiffen beweisen.

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