Winter in Dresden

Die geschichtsträchtigen Häuser der sächsischen Hauptstadt schmiegen sich an das Elbufer. Die Skyline ist geprägt von der mächtigen Kuppel der barocken Frauenkirche und kunstvoll verzierten Türmen, wie dem der katholischen Hofkirche. Dresden ist nicht nur in den warmen Monaten eine Reise wert, gerade im Winter besitzt die Metropole einen besonderen Reiz.

Der weltberühmte Weihnachtsmarkt

Viele Besucher assoziieren Dresden im Winter automatisch mit dem Striezelmarkt. Dieser weltberühmte Weihnachtsmarkt existiert bereits seit dem Jahr 1434. Vom 27.11. bis 24.12. 2019 eröffnet somit der 585. Striezelmarkt in der Dresdner Innenstadt. Es werden rund 2,5 Millionen Gäste aus aller Welt erwartet. Diese dürfen dann täglich um 16:15 Uhr beobachten, wie der Weihnachtsmann zusammen mit seinen Wichteln ein Fenster am Adventskalender öffnet. Während die Erwachsenen dem Budenzauber und einem heißen Glühwein frönen, freuen sich die Kinder auf Weihnachtsbackstube und das Wichtelkino. Der Nachwuchs sollte unbedingt an den Wunschzettel denken. Diesen kann er direkt am Weihnachtsmann-Briefkasten einwerfen. Achtung: Die privaten Weihnachtsgrußkarten beispielsweise von karten-paradies.de haben nichts in der Weihnachtsmann-Post verloren. Glücklicherweise werden sie direkt von der Druckerei an den jeweiligen Empfänger zugestellt. So besteht keine Gefahr, dass Knecht Ruprecht Versandchaos verursacht.

Wer seinen heißen Punsch lieber in etwas beschaulicher Atmosphäre genießt, der darf die kleineren Adventsmärkte Dresdens nicht verpassen. Der Markt an der Liebfrauenkirche zieht sich entlang der Münzgasse bis zu den Elbterrassen. Besonders einladend ist das Ambiente dort nach Einbruch der Dunkelheit. Dann überstrahlen die Lichter der großen Pyramide die geschmückten Buden und Straßenzüge.

Unter der Woche lohnt ein Abstecher zum Mittelalter-Weihnachtsmarkt im Stallhof des Residenzschlosses. Die Veranstaltung findet zwar auch am Wochenende statt, kostet dann aber Eintritt. Von Montag bis Freitag haben Besucher kostenlos Zutritt, außerdem ist wesentlich weniger Betrieb. Der Stallhof von 1591 war einst Turnierplatz und bietet schon alleine deshalb die perfekte Kulisse für das mittelalterliche Event. Livemusik, Waren aus vergangenen Zeiten und brennende Fackeln sorgen für das einzigartige Ambiente. Lautsprecher-Beschallung bleibt aus, genauso wie große Plastikmüllberge – Kunststoff gab es im Mittelalter nämlich noch nicht.

Der historische Adventsmarkt auf dem Dresdner Neumarkt liefert ebenfalls einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit. Dort fühlen sich Gäste in das frühe 20. Jahrhundert zurückversetzt. Weil es nicht so voll ist, wie beispielsweise auf dem Striezelmarkt, kann man in Ruhe schlendern, schauen und shoppen.
Wer sich auf dem Weihnachtsmarkt eine Sitzgelegenheit zum Verweilen wünscht, der ist in der Dresdner Neustadt an der richtigen Adresse. Die Verkaufsstände des Augustusmarkts offerieren Handwerkskunst genauso wie typische Speisen und Getränke. Mit etwas Glück erhascht man eine freie Bank.

Unbedingt probieren sollten Besucher der Weihnachtsmärkte in der Sachsenmetropole folgende regionale Spezialitäten:

  • Dresdner Handbrot: Ein mit Schinken, Pilzen, geschmolzenem Käse gefülltes Brot, auf das ein dicker Klecks Schmand landet.
  • Dresdner Stollen: ist ein längliches, schweres Hefegebäck, das mit Trockenfrüchten und Marzipan oder Mohn gefüllt sowie mit Puderzucker bestreut wird.
  • Dresdner Baumstriezel: Der ausgerollte, geschnittene Hefeteig, wird um einen Spieß gewickelt. Zucker wird aufgestreut, dadurch karamellisiert die Außenschicht beim Backen.

Semperoper und Zwinger

Bei herrlichstem Winterwetter locken natürlich die renommierten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie die Frauenkirche oder die Brühlschen Terrassen. Sollten allerdings dicke Schneeflocken vom Himmel fallen, dann bevorzugen die meisten Besucher überdachte Attraktionen. Kulturinteressierte zieht es in die Staatliche Kunstsammlung im Dresdner Zwinger. Gemälde alter Meister, wie die Sixtinische Madonna von Raffael, zählen dort genauso zu den Exponaten wie feinste Porzellanwaren. Die Sammlung besteht seit über 450 Jahren und gilt deshalb heute als der älteste Museumsverbund in der gesamten Bundesrepublik.

Am Abend lädt die Semperoper, ebenfalls eines der Wahrzeichen der sächsischen Metropole, ein. Beinahe täglich finden dort Vorstellungen statt. Pro Jahr sind es durchschnittlich 300 Aufführungen. Bei beliebten Stücken, die alle im Vorfeld dem aktuellen Spielplan zu entnehmen sind, ist eine rechtzeitige Reservierung notwendig. Interessenten erhalten Karten sowohl telefonisch, online als auch direkt vor Ort. Neben den regulären Ermäßigungen für Schüler, Studenten, Schwerbehinderte, Familien und Senioren, werden zudem im Rahmen der Dresdentage günstige Tickets offeriert. Die Daten werden auf der Webseite der Oper aufgelistet.

Weiter interessanteste Museen Dresdens

Bei mehr als 50 Museen in der Stadt, ist für jeden die passende Ausstellung dabei. Einige besondere Schmuckstücke werden nachfolgend vorgestellt.

Deutsches Hygienemuseum

Ein optimales Ausflugsziel für die ganze Familie ist das Deutsche Hygienemuseum am Lingnerplatz 1. Die Dauerausstellung Abenteuer Mensch ist attraktiv für kleine und große Besucher. Auf 2.500 Quadratmeter befinden sich sieben Themenräume und insgesamt 1.300 Exponate. Durch den Einsatz modernster Medien und interaktiver Stationen lernen die Besucher spannende Fakten auf unterhaltsame Weise. Die Fünf- bis Zwölfjährigen sind besonders begeistert vom Dresdner Kindermuseum Welt der Sinne. Dort erfahren sie wie Hören, Schmecken, Sehen, Riechen und Fühlen funktionieren. An den Experimentierstationen dürfen sich die jüngsten Gäste ausprobieren.

Geheimtipp Panometer

Wer Lust hat, sich das Dresdner Stadtbild von 1945 im Maßstab 1:1 anzusehen, der kommt ins Panometer in der Gasanstaltstraße 8b. Hier verwirklichte sich der Künstler Yadegar Asisi, indem er ein real wirkendes 360° Gemälde der sächsischen Hauptstadt mit 27 Metern Höhe schuf. Damit sich die Besucher nicht die Hälse verrenken, besteigen Sie den 15 Meter hohen Turm, von dessen Balustrade aus sich ein Rundumblick auf die Stadt aus Perspektive des Rathausturms bietet. Die zerbombte Stadt liefert eine hervorragende Anregung, um sich über die Wechselwirkungen verheerenden Kriegstreibens Gedanken zu machen. Wer das Bild der Verwüstung vor Augen hat, der wünscht, dass alle Kriege dieser Welt sofort ein Ende haben.

Stasi Unterlagenarchiv Dresden

Einblicke in die jüngere Vergangenheit liefert das Stasi-Unterlagenarchiv in der Riesaer Straße 7. Hier lagern über eine Distanz von 8,3 Kilometer die Akten des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit aus dem Bezirk Dresden. So intensiv die vorhandenen Bild- und Tondokumente auch sind, die – in Einweckgläser verschlossenen – Geruchsproben von systemkritischen DDR-Bürgern sind an Bizarrheit kaum zu überbieten.

Elbamare

Was gibt es Herrlicheres als einen Saunagang bei Schmuddelwetter? Während die Erwachsenen bei einem Aufguss ordentlich ins Schwitzen geraten, toben die Kinder im Elbamare im Erlebnisbecken mit Strömungskanal, Wasserkanone und Massagedüsen. Für strahlende Gesichter sorgen auch die 80 Meter lange Riesenrutsche, das umfangreiche Wellnessangebot und die verschiedenen Kurse. Insgesamt 600 Quadratmeter Wasserfläche stehen den Schwimmfans zur Verfügung. Wer Lust hat, kann bei Aqua-Jogging, Aqua-Yoga oder dem Bauch-Beine-Po-Training teilnehmen und anschließend eine wohltuende Massage buchen. Montags bis freitags ist das Indoor-Bad, welches das erste Erlebnisbad in Sachsen war, von 10 Uhr bis 22 Uhr geöffnet.

Thalia – Cinema, Coffee & Cigarettes

Wie wäre es mit einem Kinofilm in historischem Ambiente? Der Thalia-Filmpalast in Dresden befindet sich im Gebäude des ehemaligen Apollotheaters, das 1889 eröffnete. Das heutige Kino ist klein aber fein und nur mit 75 Sitzplätzen bestückt. Es bietet bekannte Hollywood-Streifen genauso wie unabhängige Filme. Besonders praktisch ist, dass sich ein angeschlossenes Café im Haus befindet. So können die Kinobesucher ab 17 Uhr auch einen Drink an der Bar einnehmen und dort den Abend ausklingen lassen. Hier spielt es keine Rolle, ob es draußen stürmt und schneit.

Eselnest

Ein Insider-Tipp für Natur- und Tierliebhaber ist das sogenannte Eselnest an der Eisenberger Str. 2a in Dresden Pieschen. Charly, Lola, Casimir, Lotti, Jutta und Viola sind nicht etwa die Besitzer der Anlage, sondern die Esel, welche hier leben. Komplettiert wird die Bande durch Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen. Alle Vertreter der Pferdefamilie besitzen verschiedene Ausbildungen und sind absolute Menschenfreunde. Das Eselnest offeriert Kindern, Jugendlichen, Eltern und Omas und Opas ein buntes Veranstaltungsprogramm mit Eselpflege, Reiten, Brotbacken im Erdofen, Töpfern und Lagerfeuer. Regelmäßige Angebote finden dienstags, donnerstags und freitags statt. In den Schulferien öffnet die Anlage Montag bis Freitag von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr, während der Schulzeit dienstags bis samstags von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Die Initiative des Spielprojekt e. V. freut sich auch in den Wintermonaten auf zahlreiche Besucher und Spielgefährten für die Tiere.

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